FAQ Ökogas - Gewerbekunden

Häufig gestellte Fragen

zum klimaneutralen PuraGas

Was ist klimaneutrales Erdgas - PuraGas 2.0?

Erdgas ist ein fossiler Brennstoff, der in unterirdischen Lagerstätten − häufig zusammen mit Erdöl − vorkommt. Bioerdgas wird durch die Vergärung von Biomasse in Biogasanlagen hergestellt. Biomasse, darunter versteht man zum Beispiel Bioabfall, Speisereste, Gülle, Mist sowie ungenutzte Pflanzen bzw. Pflanzenteile, aber auch gezielt angebaute Energiepflanzen (nachwachsende Rohstoffe). Bioerdgas kann bei uns auf absehbare Zeit nicht für alle Haushalte in ausreichender Menge produziert werden, und selbst wenn, wären die Kosten relativ hoch. CO2-neutrales Erdgas ist nicht nur viel günstiger als Bioerdgas, sondern auch jederzeit in der gewünschten Menge verfügbar. Wenn Sie CO2-neutrales Erdgas beziehen, erhalten Sie weiterhin konventionelles Erdgas. Jedoch werden die bei der Nutzung entstehenden Emissionen durch Einsparungen an anderer Stelle ausgeglichen.

Warum soll ich mich für PuraGas 2.0 entscheiden?

Verantwortungsbewusst
Sie verbessern Ihre CO2-Bilanz und entlasten so das Klima

Sauber
Mit jeder verbrauchten Kilowattstunde unterstützen Sie erneuerbare Energie- oder Energieeffizienzprojekte.

Messbar
Unsere Projekte senken im Vergleich zur Nutzung konventioneller Energieträger oder energieintensiver Technologien den Ausstoß von Treibhausgasen.

Transparent
Die CO2-Gutschriften werden unwiderruflich stillgelegt, d.h. sie werden nur ein Mal zum Ausgleich Ihrer Emissionen verwendet.

Streng geprüft
Unabhängige Gutachter wie der TÜV bescheinigen, dass die mit Ihrer Hilfe erzeugten CO2-Einsparungen real, zusätzlich, nachhaltig und ökologisch sinnvoll sind sowie internationale Standards erfüllen.

Zusätzlich
Diese Projekte würden ohne Ihre Unterstützung nicht stattfinden.

Effizient
Ihr Geld wird dort investiert, wo es die größte Wirkung für den Klimaschutz hat.

Wie funktioniert Klimaneutralität bzw. der Ausgleich der Emissionen?

Die durch den Verbrauch von Erdgas freigesetzten Emissionen werden durch CO2-Minderungen an anderer Stelle ausgeglichen. Das funktioniert deswegen, weil sich sowohl der Ausstoß als auch die Vermeidung von Treibhausgasen global auf das Klima auswirken. Deswegen sind CO2-Einsparungen in Entwicklungsländern genauso wertvoll für den Klimaschutz wie Emissionsminderungen bei uns in Europa.

Welche Projekte unterstützt die TEN eG?

Die Teutoburger Energie Netzwerk eG fördert ein Klima-Projekt in Uganda. Das Projekt konzentriert sich auf die ugandische Hauptstadt Kampala. Insgesamt sollen im Rahmen des Projekts bis zu 170.000 Kochherde verkauft werden. Verglichen mit den konventionellen Metallkochherden kann der Brennstoff bedarf um 35 % bis 50 % gesenkt werden, bei einfachen Kochstellen sogar um bis zu 60 %. Die Einsparungen führen unmittelbar zu einer Senkung der Haushaltsausgaben. Eine Familie kann ihren Holzkohleverbrauch um rund 300 Kilogramm pro Jahr senken. Angesichts eines durchschnittlichen Pro-Kopf-Einkommens in Uganda von rund 200 € (2007) stellen 50 € eine beachtenswerte Ersparnis dar. Weiterhin sorgen die Kochherde für gesündere Kochbedingungen, da die Rauchentwicklung und die Kohlenmonoxidemissionen weitaus geringer sind. Trotzdem ist der Gebrauch der alten ineffizienten Öfen tief verwurzelt. Der Wechsel zu den neuen Kochherden ist somit nicht allein eine Frage des Preises. Die Produktqualität ist ebenso essentiell, um sie als attraktive und verlässliche Alternative zu etablieren. Qualitätsgarantien und Gewährleistungen sollen die Kundenzufriedenheit sichern.

Neben dem Projekt in Uganda unterstützen wir durch den Kauf von Klimazertifikaten die Förderung von Elektrizität aus Grubengas in Deutschland. Auf Grund der Explosionsgefahr ist Grubengas bereits seit Jahrhunderten eine der größten Herausforderungen im Bergbau. Das Gas muss daher zwingend über Belüftungssysteme an die Oberfläche geführt werden. Der Energiegehalt, der sich in der Explosivität andeutet, kann jedoch auch genutzt werden. Methan ist unter anderem der Hauptbestandteil von Erdgas und eignet sich somit hervorragend als Brennstoff. Das Projekt nutzt diesen Brennstoff­ in einem Blockheizkraftwerk mit besonders effizienter Kraft-Wärme-Kopplungs-Technologie. Das Kraftwerk speist nicht nur Strom in das Netz ein, sondern liefert auch Wärme an kommerzielle und private Abnehmer. Das Grubengas wird über die bestehenden Entlüftungsanlagen gesammelt. Nachdem Verunreinigungen entfernt wurden, wird das Gas komprimiert und über eine Pipeline zur Verbrennung in eine Gasturbine zugeführt. Technisch ist auch eine Nutzung z. B. als Flüssiggas möglich. Die Gasturbine treibt einen Generator zur Elektrizitätserzeugung an, der Strom wird direkt in das öffentliche Netz eingespeist. Die anfallende Abwärme wird den Nutzern über Fernwärmeleitungen zugeleitet.

Warum finden die Projekte im Ausland statt?

CO2-Neutralität durch die Förderung von Klimaschutzprojekten in Entwicklungsländern ist dann besonders glaubwürdig, wenn wir auch hier bei uns Energie sparen und Energieeffizienzmaßnahmen durchführen, denn natürlich müssen auch wir in Europa den Treibhausgasausstoß senken. Ihr Geld wird jedoch dort investiert, wo es die größte Wirkung für den Klimaschutz hat: in Entwicklungs- und Schwellenländern. Dort können mit dem gleichen finanziellen Aufwand wesentlich größere CO2-Einsparungen erzielt werden als in Europa, denn die Anlagen in Industrieländern arbeiten schon weitgehend energieeffizient. Zudem sorgen die von uns geförderten Projekte für einen Technologie- und Wissenstransfer in Entwicklungsländern, ermöglichen nachhaltige Entwicklung, schaffen Arbeitsplätze und können die sozialen, ökologischen und hygienischen Bedingungen vor Ort verbessern. Und weil Treibhausgase global wirken, haben Emissionsminderungen im Ausland den gleichen Effekt für das Klima wie Einsparungen bei uns. Deswegen sind CO2-Einsparungen in Entwicklungsländern genauso wertvoll für den Klimaschutz wie Emissionsminderungen bei uns in Europa.

Welche Qualitätskriterien müssen die Klimaschutzprojekte erfüllen?

First Climate, unser Partner für Klimaschutzprojekte, arbeitet eng mit unabhängigen Sachverständigen wie dem TÜV zusammen, die bei dem Klimasekretariat der Vereinten Nationen (UNFCCC) als Gutachter akkreditiert sind. Diese Umweltgutachter prüfen und bescheinigen, dass die von uns geförderten Projekte nachhaltig und ökologisch sinnvoll sind und international anerkannten Standards entsprechen. Die beiden anspruchsvollsten Standards sind der Gold Standard und der Voluntary Carbon Standard (VCS). Beide orientieren sich eng am Reglement des CDM (Clean Development-Mechanismus) gemäß Kyoto-Protokoll. Emissionsminderungen aus Projekten, die gemäß Gold Standard oder VCS geprüft und verifiziert werden, müssen

real
messbar
dauerhaft
zusätzlich
von unabhängigen Dritten geprüft und
transparent sein.

Dabei ist die sogenannte Zusätzlichkeit das wichtigste Kriterium. Zusätzlichkeit bedeutet, dass diese Projekte ohne Ihre Unterstützung nicht durchgeführt werden könnten. Sie sollen schließlich nicht für etwas bezahlen, was auch ohne Ihren Beitrag realisierbar wäre. (Der Gold Standard hat neben den hier genannten Aspekten noch zusätzliche formale, soziale, technische und methodologische Kriterien.)

Würden die Projekte nicht auch ohne meinen Beitrag durchgeführt?

Nein, das ist genau der Punkt. Sie sollen nicht für etwas bezahlen, was sowieso stattfinden würde. CO2-Minderungsprojekte leisten zweifelsohne einen positiven Beitrag zum Klimaschutz, jedoch könnten sie ohne unsere Unterstützung nicht realisiert werden. Manche dieser Projekte, z.B. energieeffiziente Herde für private Haushalte, finanzieren sich fast ausschließlich über die Einnahmen aus dem Verkauf der CO2-Minderungsgutschriften. Natürlich gibt es auch Projekte, die noch zusätzliche Einnahmequellen haben, etwa die Abnahmetarife für Strom aus erneuerbaren Energiequellen. Aber auch diese Projekte benötigen − wegen ihrer geringen Größe oder weil das von ihnen generierte Einkommen zu gering ist − zusätzliche Finanzmittel, die auf dem Kapitalmarkt ohne die Einnahmen aus dem Verkauf der Emissionszertifikate nicht zu bekommen wären. Im Fachjargon nennt man dies „Zusätzlichkeit“ − das wichtigste Kriterium für Klimaschutzprojekte dieser Art. Unabhängige Gutachter wie der TÜV stellen sicher, dass Projekte nur dann Emissionsminderungsgutschriften erhalten, wenn sie ohne den Erlös aus dem Verkauf der Zertifikate nicht durchführbar wären.

Wäre es nicht besser, den eigenen Gasverbrauch zu senken?

Ja, natürlich, wenn es kostengünstig möglich ist, sollte das immer der erste Schritt sein. Wenn Sie dazu allerdings eine neue Heizungsanlage installieren oder Ihr Haus neu dämmen lassen müssen, kommen erhebliche Kosten auf Sie zu. Und selbst die effizienteste Heizung und das optimal isolierte Haus verursachen noch Emissionen, das lässt sich einfach nicht verhindern. Aus technischen, wirtschaftlichen oder organisatorischen Gründen unvermeidbare Emissionen durch die Förderung von Klimaschutzprojekten auszugleichen, ist nicht nur legitim: Sie ermöglichen damit auch einen Wissens- und Technologietransfer in Entwicklungsländer, nachhaltige Entwicklung, die Schaffung von Arbeitsplätzen und die Verbesserung des Lebensstandards in der Projektregion.

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